22.6.2015
Ernte 2015 / Unterwegs
Ernte 2015
Es wurden ca. 20 Hektaren Kulturen von Hand geerntet. Dabei haben uns auch 15 Taglöhner unterstützt.
Zuerst wurden die Sonnenblumen geerntet, d.h. diese wurden mit dem Messer abgeschnitten und in Säcke verpackt. Zum Trocknen wurden sie anschliessend auf dem ehemaligen asphaltierten Volleyballfeld ausgebreitet. Nach der Ernte werden wir daraus Sonnenblumenöl herstellen. Dieses wird auf dem Markt verkauft.
Der Mais wurde zuerst mit Traktor und Wagen geerntet. Pro Durchfahrt wurden 10 Reihen gleichzeitig geerntet und die Kolben auf den Wagen geworfen. Der Traktorfahrer gab für alle das Arbeitstempo vor. Es ging zügig voran. Eine zweite Equipe schälte den Mais. Leider füllte dann ein Mitarbeiter verdreckter Diesel in den Tank des Traktors. Es dauerte ganze 3 Wochen und kostete viel Geld, bis dieser wieder lief. Nach dem Ausfall des Traktors wurden alle Kolben auf dem Feld an Haufen geworfen und anschliessend eingesammelt. Sämtliche Maiskolben wurden nach den Sonnenblumen ebenfalls auf dem Volleyballfeld zum Trocknen ausgebreitet. Anschliessend werden die Kolben mit einer handbeschickten Dreschtrommel gedroschen. Der Mais wird vorausschliesslich als Futtermittel für unsere Tiere verwendet.


Tagelanges Maisschälen ist schon sehr ermüdend. Generell wurden die Arbeiten aber mit viel Humor und Gelächter erledigt.

Die Erntearbeit der Sojabohnen war am mühsamsten, denn diese mussten in gebückter Haltung abgeschnitten wer- den. Diese wurden dann mit dem Wagen/Traktor eingesammelt und auf grossen Plastikplanen zu einem Haufen ge- stapelt. Sojabohnen sollten möglichst früh am Morgen geschnitten werden, denn wenn es zu heiss wird, fallen die Bohnen beim Ernten aus der Hülse. Herbert hat darum die Startzeit um 06.00 Uhr festgelegt. Um 10.00 Uhr sollte eine Pause mit Nshima stattfinden und die Arbeit um 13.30 Uhr eingestellt werden. Am ersten Morgen war Herbert um
06.00 Uhr der einzige auf der Farm. Am zweiten Morgen waren sie um diese Uhrzeit bereits zu zweit. Die Situation war
unbefriedigend und wurde nochmals gründlich diskutiert. Herbert war nicht bereit, Nshima zu bezahlen und die Ar- beiten um 13.30 Uhr zu beenden und trotzdem einen vollen Taglohn zu bezahlen. Am 3. Tag bekam Herbert, als er um
05.45 Uhr auf dem Weg zur Farm war “einen Anruf von einem leitenden Angestellten „Wenn du uns suchst, wir sind bereits auf dem Feld“. Natürlich kommen die Taglöhner teilweise von weit her und müssen noch in der Dunkelheit durch den Busch laufen. Das Dreschen der Sojabohnen stellt ebenfalls eine Herausforderung dar. Entweder werden die Sojabohnen mit Bambusrohren gedroschen, oder wenn dies zu lange dauert, wird mit dem Traktor darüber gefah- ren. Die Sojabohnen werden ebenfalls als Futtermittel für unsere Tiere verwendet. Wenn ein Überschuss besteht, werden wir noch Sojaöl herstellen.


Generell ist zu sagen, dass der Ertrag der Sojabohnen sehr gut ausfiel. Die Mais- und Sonnenblumenernte viel sehr unterschiedlich, gesamthaft gesehen unbefriedigend aus. Der Auflauf der Pflanzen war gut. Nach ca. 1 ½ Monaten zeigten sich jedoch massive Unterschiede in der Entwicklung. Unsere Hoopla-Praktikantin Barbara hat dann auf An- weisung von Herbert Bodenproben genommen. Diese wollten wir bei der Firma „zambian agricultural resaerch“ ana- lysieren lassen. Leider verlief dann das Prozedere nicht zur Zufriedenheit und wir mussten die Bodenproben in Südaf- rika analysieren lassen. Die Resultate liegen nun vor. Es zeigt sich, dass der pH-Wert des Bodens viel zu tief ist, teilweise bei pH 3.5, d.h. der Boden ist extrem sauer und wichtige Pflanzennährstoffe können von den Pflanzen nicht aufgenom- men werden.
Schon wartet wieder die nächste Herausforderung. Die Bienenkästen müssen geleert werden. Dies zögert Herbert jedoch heraus, denkt er doch leidvoll an die letztjährigen Bienenstiche zurück.
Unterwegs
Letzte Woche waren wir in Lusaka. Wir nahmen an einem Kurs der BMI teil „Introduction to Zambia“, der sehr inte- ressant war. Gleichzeitig nutzte ich die Gelegenheit für einen Zahnarztbesuch. Bei meinem Implantat war die Krone herausgefallen. Ein Inder hat diese kompetent wieder eingesetzt. Herbert konnte Ersatzteile beschaffen, die er in Ndola nicht findet. Anschliessend an den Kurs feierten wir mit Anna und Ueli meinen Geburtstag. Sie entführten uns an einen wunderschönen Ort. Extra für uns wurde ein Esstisch an den Pool getragen.

Auf der Reise gibt es immer viel zu sehen. Die Fotos wurden durch die Fensterscheibe (fahrendes Auto) geschossen, d.h. die Qualität lässt z.T. zu wünschen übrig.
Nach der Regenzeit sind die Strassenmärkte besonders üppig bestückt.

Verkaufsläden an der Strasse werden bunt angemalt. Schliesslich will man doch die Aufmerksamkeit der Autofahrer erreichen.

Grosse Strecken werden mit dem Velo zurückgelegt um die Ware zu verkaufen (es geht aber selten bergauf).

Es gilt immer aufzupassen, wenn man in Sambia unterwegs ist. Die Gefahren sind sehr vielseitig.

"Frau" trägt alles auf dem Kopf.

Beim Mittagessen; was sieht der Junge wohl?
In und um Lusaka wird viel gebaut


Inzwischen haben wir die Arbeit in Mishikishi mit all ihren Herausforderungen wieder aufgenommen. Es ist nun Win- terzeit in Sambia. Heute Morgen um 07.00 Uhr war es im Haus 15 Grad und ausserhalb 7 Grad. Am Tag jedoch scheint stets die Sonne und es wird bis zu 25 Grad warm.
Am 20. Juli besuchen uns nach Abschluss ihrer Prüfungen Marcel und seine Freundin Aida. Wir werden sie in Johan- nesburg treffen. Von dort aus nehmen wir an einer 5-tägigen Safari in den Krügerpark teil. Wir freuen uns sehr darauf.
Euch wünschen wir eine schöne Sommerzeit.
Liebe Grüsse
Heidi und Herbert
22.6.2015

