27.11.2014
Vielleicht fragt ihr euch, wo wir einkaufen. Wir fahren jede Woche (heute auch) nach Ndola, da wir Futter für die Tiere benötigen und dort gibt es fast alle Lebensmittel die man zu kaufen wünscht. Heute wollten wir aber Sonnencrème kaufen und wir mussten feststellen, dass es nur Sprays gibt und diese eine Vermögen kosten. Kleinere Besorgungen mache ich dann in Mishikishi. Hier gibt es auch einige „Shops“ aber interessanterweise verkaufen alle praktisch dasselbe.
Wie mir Angelina erzählt hat, haben sich etliche Frauen zusammengeschlossen um Waren zu verkaufen. Sie bekommen zuerst einen Kredit auf dem sie einen geringen Zins zahlen müssen. Mit diesem Geld kaufen sie dann zusammen Waren ein. Alle Monate treffen sie sich und rechnen zusammen ab. Ein Gewinn wird geteilt. Ende Jahr muss der Kredit mit Zins zurückgegeben werden, resp. wenn das Geld vorhanden ist wird den Frauen der Kredit wieder gewährt. Welche Organisation hinter dieser Idee steht, wusste sie auch nicht.
Das ist mein Lieblingsladen, resp. die Lieblingsverkäuferin. Sie findet zwar, dass sie auf dem Foto etwas „fat“ aussieht.
Natürlich gibt es in Mishikishi auch einen Markt. Aber leider haben sie das Ganze „verkehrtherum“ angefangen, d.h. wenn man in Mishikishi eintrifft, sieht man entlang der Strasse zuerst die Abfallberge und erst dahinter beginnt der Markt. Es ist die einzige Ortschaft die ich bis anhin gesehen habe, die nicht entlang der Strasse liebevoll ihre Produkte präsentiert.
Momentan gibt es überall feine Wassermelonen zu kaufen. Herbert und ich konnten auch bereits die erste Wassermelone aus dem Farmgarten testen, sie war köstlich.
Jeder Verkaufsstand sieht ein bisschen anders aus.
Hier wird meistens mit Holzkohle gekocht. Auch diese wird entlang der Strasse angeboten.
Was aber in Mishikishi stets herausgeputzt und aufgeräumt ist sind die Schulen. Hier findet soeben ein Fussballmatch Nsobe gegen Mishikishi statt. Wir haben gestaunt, alle hatten ein Tenue an und Fussballschuhe.
Man lernt es doch früh, wie es sein sollte.
Die Velos in Mishikishi transportieren selten nur eine Person.
Der Brunnen der Schule/Gemeinde. Viele Haushalte haben kein eigenes Wasser.
Besonders liebevoll bemalt eines der 4 WC-Häuschen des Kindergartens.
Auf der Farm hatten wir wieder Pech. Nachdem nun 3 unserer Mitarbeitenden im Turnus je 1 Woche als Nachtwächter fungieren, wurde seit Juli nichts mehr gestohlen. Leider ist diese gute Zeit vorbei. Vorgestern wurden 11 Hühner und letzte Nacht 1 Schwein gestohlen. Der Nachtwächter hat anscheinend nichts gemerkt. Da auch die Hunde der Priester nicht bellten, liegt der Verdacht nahe, dass es jemand aus der Mission sein könnte. Wir sind ziemlich frustriert.
Bei uns in Mishikishi will es einfach nicht regnen. November ist normalerweise bereits ein Regenmonat, doch noch immer ist es schön und heiss. Nach einem kurzen Regenschauer Mitte November hat Herbert bereits ein „Testfeld“ Mais angepflanzt. Doch dieses muss er nun wohl neu ansäen, da noch kein Regen in Sicht ist. Wir wollten über die Weihnachtsferien mit dem Zug nach Dar es Salam fahren und anschliessend mit dem Boot nach Sansibar übersiedeln.
Beim Bahnhof in Kapiri Mposhi hatten wir bereits unsere Plätze im Zug reserviert. Wir wären „feudal“ 1. Klasse gereist. In den anderen Klassen werden Frauen und Männer separat untergebracht.
Nun mussten wir unsere Buchung annullieren, da Herbert nicht von der Farm wegkann. Da habe ich mich entschieden, natürlich mit Herberts voller Unterstützung, in die Schweiz zu fliegen und Weihnachten mit Nadine und Marcel zu verbringen. Ich fliege hier am 12. Dezember ab und bleibe dann bis am 29. Dezember in der Schweiz. Nadine und Jan werden mir Asyl gewähren. Ich freue mich riesig!!
Am 30. Dezember werden Herbert und ich uns dann in Johannesburg treffen. Wir müssen anfangs Jahr noch bei der Botschaft in Pretoria vorbei (wir können mit dem Zug dorthin fahren) und unsere Pässe vorweisen. In Sambia gibt es keine Schweizer Botschaft. Wir haben uns natürlich schon längst elektronisch angemeldet, sind aber jetzt gemahnt worden, doch endlich noch die Originalpässe vorzuweisen (Pretoria ist ja auch nur 2½ Flugstunden entfernt). Ein Wermutstropfen - Herbert muss natürlich nun Weihnachten alleine in Mishikishi verbringen.
Ihr werdet in den nächsten Tagen auch noch unseren 4. Rundbrief mit mehr News erhalten.
Nun freue ich mich, schon bald einige von euch in der Schweiz zu treffen.
Liebe Grüsse
Heidi und Herbert
27.11.2014