1.11.2014
In Mishikishi ist es nach wie vor sehr heiss und immer noch ist kein Regen in Sicht. Wir haben momentan Temperaturen um die 35 Grad. Die Felder wurden vorbearbeitet, so dass mit dem Anbau begonnen werden kann, sobald Regen fällt.
Herbert hatte endlich Gelegenheit, seine liebste Arbeit zu tun, Traktor zu fahren. Er war nicht der Einzige, der dies wollte, wie man auf dem Bild sieht.
Christopher (rechts im Bild) ist unser Mechaniker. Sein Workshop wird von vielen Leuten der Umgebung aufgesucht. Manche wollen ein Auto repariert haben, dann wieder ein Velo und vieles mehr. Für die Farm ist er fast unverzichtbar. Er repariert, konstruiert kreativ Lösungen, wenn kein Geld vorhanden ist um ein Gerät zu kaufen und ist sehr hilfsbereit.
Nach wie vor dürfen wir uns vieler neuer Ferkel erfreuen. Hier eines der jüngsten Sprösslinge.
Da der Platz für die Ferkel langsam knapp wird, müssen neue Gehege gebaut werden. Nicolas macht seine Arbeit exakt und zuverlässig. Auch bei grösster Hitze trägt er stets seine Strickmütze.
Auch Herbert wird langsam als ein „Einheimischer“ betrachtet.
Seit wir Ende Juni den Nachtwächter entlassen haben und 3 unserer Mitarbeitenden diese Aufgabe nun im Wechsel erledigen, wurde auf der Farm nichts mehr gestohlen. Father Emanuel hat gesagt, dass er in der Kirche den Kirchengängern diesbezüglich auch ins Gewissen geredet hat Ich bin jedoch nicht sicher, dass er an den Erfolg seiner Worte glaubt, da die Fathers inzwischen bereits 5 recht aggressive Hunde besitzen, die in der Nacht ihr Hab und Gut bewachen.
Wir haben bei einem Russen 100 Legehühner gekauft, da es anfangs Jahr versäumt wurde, genügend Küken nachzuziehen. Diese Hühner wollen einfach keine Eier legen. Das hat der Farmer gar nicht gern; viel Fressen und nichts liefern. Franzina zeigt dem Huhn, was von ihm erwartet wird. So schwierig kann es doch nicht sein!
Masthühner ergänzen die Hühnerhaltung. Alle 3 Wochen werden 150 Küken gekauft. Nach ca. sieben Wochen ist das Federvieh bereit für den Kochtopf und wird mehrheitlich von den Leuten der näheren Umgebung gekauft.
Vom Farmgarten können wir nun erste Erträge erzielen. Die Waren werden in Mishikishi auf dem Markt verkauft oder bei einer Inderin in Ndola. Da die Bewässerungsarbeiten jedoch sehr aufwendig sind und die Produkte zu sehr günstigen Preisen verkauft werden müssen, kann der Garten nicht als rentabel bezeichnet werden. Momentan werden vorallem auf dem Markt in Mishikishi Maiskolben verkauft, die Franzina vorgängig kocht. Die Kabisköpfe konnten alle problemlos verkauft werden. Auch Rape (ein Blattgemüse) fand guten Absatz. Von den Karotten und Zwiebeln werden auch noch einige Kwachas erwartet.
Auch in Wünschs Garten hat es Zuzug mit Zuwachs gegeben. Da tauchte doch eine Katze auf und bettelte 2 Tage lang um Futter, bis ich nicht mehr hart bleiben konnte. Kurze Zeit später wurden dann auch noch die 4 Jungen nachgeholt. In unserem Garten hinter den Mauern herrscht relativ ein geschützter Raum für Katzen. Manchmal habe ich jetzt böse Visionen von verschiedenen Katzensippen, die unseren Garten bevölkern.
Wir haben im Rundbrief von unserer Mitarbeiterin erzählt, die 10 Kinder hat und von ihrem Mann von zu Hause fortgejagt wurde und mit ihren jüngsten Kindern auf der Farm Unterschlupf fand. Heute vernahm ich eine überraschende Wende in diesem Fall. Da der Mann inzwischen wohl gemerkt hat, dass ja die Frau das Geld verdient und für den Haushalt auch noch zuständig ist (einem Mann ist dies in Sambia nicht zumutbar, auch wenn er nicht arbeitet) muss er wohl eingesehen haben, dass ihm ein Fehler unterlaufen ist. Die Situation sieht nun so aus; die Kinder die auf der Farm wohnten wurden wieder in ihr ursprüngliches Haus verfrachtet und er ist hier auf der Farm bei seiner Frau eingezogen. Das heisst, die Kinder wohnen nun alleine 30 Gehminuten von den Eltern entfernt. So war natürlich unsererseits die Hilfe in diesem Fall nicht vorgesehen. Am Ländertreffen der BMI-Leute wurde mir von Ueli erzählt, dass in ihrer Umgebung ein 8-jähriges Mädchen für ihre jüngeren Geschwister kocht und zu ihnen schaut, währenddessen die Mutter die ganze Woche arbeitshalber abwesend ist (auch während der Nacht). Da so viele Leute an Aids gestorben sind, wurden viele Familienstrukturen auseinandergerissen und das „zueinander schauen“ funktioniert oft nicht mehr.
Etwas Prachtvolles in Sambia sind die blühenden Bäume, die Ende der Trockenzeit ihre volle Schönheit entwickeln. Zuerst erfreuten uns die violett blühenden Jacaranda-Bäume und jetzt werden sie abgelöst von den rot blühenden Flametrees. Dieses schöne Exemplar steht im Innenhof für Anlässe der Mission.
Während wir also auf ein kühles Lüftchen und Regen hoffen, denkt ihr vielleicht schon ein bisschen wehmütig an die warmen Zeiten zurück.
Wir wünschen euch eine gute Zeit.
Liebe Grüsse Heidi und Herbert
1.11.2014