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9.Januar 2014 Wir gehen nach Sambia
Liebe Verwandte, Freunde, Bekannte, Gönner und Interessierte
Am 9. Januar 2014 ist es soweit, wir fliegen nach Südafrika. Unsere beruflichen Aufgaben hier in der Schweiz haben wir abgeschlossen. Die letzten Tage in der Schweiz verbringen wir mit Vorbereitungen, Packen und Abschied nehmen.
Wir haben uns schon seit längerer Zeit für einen Einsatz in der personellen Entwicklungszusammenarbeit interessiert. Herbert hat bereits in jungen Jahren je 2 Jahre in Mali (Helvetas) und Bangladesch (Caritas) in der Entwicklungszusammenarbeit gewirkt. Die Bethlehem Mission Immensee (BMI) hat uns nun im Sommer 2013 ein inte- ressantes Projekt für einen 3-jährigen Einsatz als Fachpersonen in Sambia/Mishikishi unterbreitet.
Als erstes werden wir von Januar bis Februar in Kapstadt unsere Englischkenntnisse verbessern, die Amtssprache von Sambia. Deshalb haben wir einen Sprachkurs gebucht. Ende Februar besuchen wir kurz die Farm in Mishikishi, unseren zukünftigen Arbeits- und Wohnort, um eine Vorstellung unseres Einsatzes zu bekommen. Anschliessend geht die Reise weiter nach Lusaka, der Hauptstadt von Sambia. Hier werden uns erste Kenntnisse in der Bantusprache Bemba vermittelt (Beispiel: Guten Morgen / Mwashebukeni). Von Mitte April bis Ende Mai werden wir mit unseren Vorgängern Margrit und Theo Bucher zusammenarbeiten und ab Juni wird’s ernst.
Unser Einsatz als Fachpersonen
In der personellen Entwicklungszusammenarbeit legen die Fachpersonen den Schwerpunkt ihres Wirkens auf ihr persönliches Engagement zur Stärkung der Partnerorga- nisation im Land. Materielle Mittel werden in bescheidenem Rahmen eingesetzt. Die Stärkung der Partnerorganisation soll bewirken, dass auch nach dem Abzug der Fachperson eine nachhaltige Wirkung erzielt werden kann. Die Fachpersonen werden so entschädigt, dass die Lebenskosten im Einsatzland gedeckt sind.
Die Partnerorganisation für unser Projekt ist das Bistum Ndola. Die Provinz Ndola hat ca. 2,5 Mio. Einwohner, davon leben ca. 400‘000 Einwohner in der Provinzhauptstadt Ndola.
Einige unserer Bekannten waren überrascht über den Begriff Mission, der oft damit verbunden wird, anderen Kulturen unsere Religion aufzudrücken. Mission im ei- gentlichen Sinne bedeutet „Aufgabe, Auftrag“ und so verstehen wir unseren Einsatz auch.
Das Projekt
Das Bistum Ndola hat mehrere Missionsstationen, u.a. die Mission Mishikishi, ca. 50 km südlich von Ndola an der Strasse nach Lusaka. Die Mission umfasst ein Waisenhaus (ca. 1 Mio. Waisen in ganz Sambia), eine Grundschule und eine Farm mit 30 Hektar Land und 10 Mitarbeitenden. Herbert leitet die Farm und Heidi unterstützt ihn in der Administration für die Produktion, Vermarktung und Schulung. Wie weit Heidi Aufgaben ausserhalb der Farm übernehmen kann, ist zurzeit noch offen.
Unser Auftrag
Es ist unser Auftrag, die Farm Mishikishi mit der Partnerorganisation und den Mitarbeitenden vor Ort weiter zu entwickeln, d.h. die Produktion bei der Tierhaltung und im Pflanzenbau zu verbessern. Die folgenden Aufgaben sind anzupacken: Praktische Ausbildung der Mitarbeitenden, bis 2016 die Wirtschaftlichkeit des Betriebes erreichen, Struktur schaffen, um die aktuellen Aufgaben ab 2017 ohne personelle ausländische Hilfe erfüllen zu können. Die Dörfer in der Umgebung sollen von den Kennt- nissen und den technischen Möglichkeiten der Farm profitieren. Wie weit in einem Folgeprojekt die Ausbildung von Fachkräften weiter entwickelt wird, hängt vom Verlauf des Projektes in den nächsten drei Jahren ab.
Geschichtliches – Politisches – Kulturelles
Die ältesten menschlichen Funde in Sambia sind 300‘000 Jahre alt. Ab 5000 v. Chr. lebten Buschleute im sambischen Hochland. In späteren Jahrtausenden folgten mehrere Einwanderungswellen afrikanischer Bantu-Völker. Vom 17. bis weit in das 19. Jahrhundert kam es im Gebiet vom heutigen Sambia zu Völkerverschiebungen, ausgelöst durch Sklavenhandel, das Vordringen der Weissen im südlichen Afrika und durch Stammeskriege.
1851 beschrieb der britische Forscher Livingston die Region. Seine Berichte weckten das Interesse der europäischen Mächte. Die britische Kolonie Rhodesien wurde nach einem einflussreichen Mann seiner Zeit, Cecil Rhodes, benannt. 1923 entstand im heutigen Gebiet von Sambia das britische Protektorat Nordrhodesien. Nach einer kurzen Phase des Zusammenschlusses (1954 – 1964) mit den Nachbarländern Südrhodesien (heute Simbabwe) und Njassaland (heute Malawi) zur Zentralafriknischen Union wurde am 24. Oktober 1964 durch den ersten Präsidenten Kenneth D. Kaunda die unabhängige Republik Sambia ausgerufen. Nach der Verfassung von 1991 ist Sambia eine Präsidialrepublik im Commonwealth.
Sambia zählt heute ca. 14 Millionen Einwohner mit über 70 ethnischen Gruppen. Die Amtssprache ist Englisch. Es werden hauptsächlich fünf lokale Sprachen gesprochen. In „unserer“ Region wird Bemba gesprochen. 70 % der Bevölkerung zählen sich zu einer christlichen Kirche. Naturreligionen sind stark verbreitet. Das Durchschnittsalter ist in den vergangen 15 Jahren gesunken (HIV) und liegt jetzt bei 16,5 Jahren.
Wirtschaft
Sambias Reichtum ist das Kupfer. Die Region in der wir arbeiten werden heisst Copperbelt (Kupfergürtel). In der Nähe unseres Projektes wird in mehreren Mienen Kupfer abgebaut. Die Umweltbelastung durch diese grossindustriellen Anlagen ist erheblich. Es ist erkannt worden, dass die Landwirtschaft gefördert werden muss. Von zahlreichen Selbstversorgungsbetrieben bis hin zu mehreren 1000 Hektar umfassenden Grossbetrieben ist alles anzutreffen. In einem renommierten deutschen Landwirtschafts-Fachmagazin wurde im Sommer 2013 Sambia als das Land mit dem grössten brachliegenden Potential Afrikas für die Landwirtschaft bezeichnet. Das BIP beträgt ca. 800 CHF / Einwohner. In Sambia gibt es bisher nur einen schwach ausgeprägten Tourismus. An Sehenswürdigkeiten fehlt es nicht. Die Victoriafälle, die grössten Wasserfälle der Welt, gehören seit 1989 zum UNESCO Weltnaturerbe. Mehrere Nationalparks von grossem Ausmass bieten viele Sehenswürdigkeiten. Da in Sambia viel Ursprünglichkeit erhalten geblieben ist, gilt das Land für einige Reiseveranstalter als Geheimtyp.
Sambia und umliegende Länder
Abschied nehmen fällt schwer!
Der Abschied von unseren Kindern, den Familienangehörigen und Freunden wird uns sehr schwer fallen.
Der Schritt ins Ungewisse ist für uns eine grosse Herausforderung, aber auch eine grosse Chance. Es ist für uns ein Privileg, diesen Schritt tun zu können. Wir werden unser Bestes geben, um die Leute vor Ort zu unterstützen.
Gerne werden wir ab und zu über unsere Arbeit, die Menschen in Sambia und was uns bewegt erzählen. Natürlich werden wir uns auch sehr über jegliche Nachricht aus der Schweiz freuen.
Wir wünschen Euch einen guten Start ins neue Jahr!
Herzliche Grüsse Heidi + Herbert
