Veröffentlicht von Heidi Würsch am Sonntag, 27. April 2014
Die Ostertage sind schon wieder vorbei. Wir haben 3 Tage in Mishikishi verbracht. Mit dem öffentlichen Bus fuhren wir also zur Farm. Der Toyota-Bus fuhr erst ab, als auf jeder Sitzreihe 4 Personen sassen, d.h. trotzdem die meisten schlank und rank waren, konnten sie höchstens auf einer Pobacke sitzen. Natürlich war der Bus in einem desolaten Zustand, das ist aber üblich so. Die Dame hinter mir hatte noch ein lebendiges Huhn auf dem Schoss. Herbert meinte, dieses kann wohl gratis mitfahren und ich sagte, genau und die Flöhe auch. Die Fahrt verlief aber lustig, alle freuten sich, Ostern mit ihren Lieben zu verbringen.
In Mishikishi haben uns Margrit und Theo verwöhnt. An Ostern wurde gebrätelt und im Gartenhaus gegessen. Natürlich gab es auch gefärbte Eier, einen Butterzopf und Schweizer „Schoggi-Eili". Die Bananen konnte man gleich selber pflücken.

Zurück in Ndola nahmen wir unseren Bemba-Kurs wieder auf. Unser Lehrer arbeitet an einer internationalen Schule und ihm wurde die Wohnung zur Verfügung gestellt. Die Anlage wurde für hiesige Verhältnisses sehr gepflegt gebaut, Rosenbeete angelegt, Spielplätze eingerichtet und vieles mehr. Später wurde diese aber privatisiert und jetzt werden der Unterhalt und die Umgebung komplett vernachlässigt. Nur die Autos werden noch liebevoll und intensiv geputzt.
In Ndola sind die Gegensätze gross. So wurde jetzt wieder ein neues Einkaufszentrum eröffnet.

Die beiden Musungus (das sind die Weissen, also wir) waren wohl am schlechtesten gekleidet. Wenn die Leute es nicht vermögen, neue Kleider zu kaufen (was bei den meisten der Fall ist) gibt es tonnenweise gebrauchte Kleider aus Europa, die kaum etwas kosten.
Natürlich ist dies nur ein Teil von Ndola. Eine richtige Augenweide ist der sehr grosse Markt, etwas ausserhalb der Stadt, der jeden Tag stattfindet. In der Regenzeit sieht es aber jeweils nicht so gemütlich aus. Verständlicherweise haben es die Leute nicht so gern, wenn man dort mit dem Fotoapparat unterwegs ist, statt einzukaufen.

Ja und dann haben Herbert und ich noch eine grosse Anschaffung getätigt. Wir haben 2 indische Velos gekauft (wir konnten nur zwischen Indien und China wählen). Da in Ndola nur die Männer Velo fahren, fällt es stark auf, wenn Mama mit dem Velo unterwegs ist, so werde ich hier in der Bemba Sprache genannt. Mein Schreck war gross, als meine Bemba-Kenntnisse fortschritten und ich bemerkte, dass dies Grossmuter heisst. Aber Mr. Kaunda hat mir versichert, dass hier die Frauen von jungen Sambiern bereits ab 40 Mama genannt werden. Die Kolonialisten bauten in Ndola sehr grosszügige Strassen mit schönen Baumalleen, also richtig geeignet um zu wohnen und natürlich Velo zu fahren.

Der stolze Besitzer mit dem Tüv geprüften Velos. Er musste fasst sämtliche Schrauben nachziehen, damit das Velo nicht schon bei der ersten Fahrt auseinanderfiel.
Veröffentlicht von Heidi Würsch am Mittwoch, 2. Juli 2014
Nun sind wir bereits zwei Wochen auf der Farm und haben die Angestellten kennen gelernt (2 fehlen auf dem Foto). Die Verantwortung für die Farm wurde per 12. Mai an Herbert übergeben.

Das Farmleben hat Herbert voll im Griff. Gilt es doch die Sonnenblumen, den Mais und die Sojabohnen zu ernten. Dies auf einer Fläche von 28 ha, natürlich alles von Hand. Der ganze Kirchenchor hilft tageweise mit, da er 1000 Kwatchas für ein neues Kybord abarbeiten muss. Auch wurden einige Taglöhner angestellt. Besonders die Sojabohnen zu ernten ist eine harte Arbeit. Die Taglöhner erhalten 10 Kwachas pro Tag. Zum Vergleich: 1 Liter Diesel kostet hier ebenfalls 10 Kwachas. Kauft man im Pick Pay in Ndola ein, bezahlt man beinahe gleich viel wie in der Schweiz. Dem Bulletin, einer sehr guten Zeitschrift, habe ich folgende Zahlen entnommen: Lusaka ist 30% bis 40% teurer als Washington DC, 51% teurer als Johannesburg und 53% teurer als Nairobi.



Letzten Sonntag waren wir in der Kirche in Mishikishi. Es war ein schöner Anlass, mit viel Gesang, Tänzen und einem Priester, der eine sehr blumige Rede hielt und sicher auch problemlos als Schauspieler durchgehen würde.
Ich habe in der Kirche auch die beiden spanischen Sisters kennen gelernt, die in Mishikishi stationiert sind. Sister Clemens hat mir erzählt, dass sie am Freitag immer in den Busch fahren um dort junge Frauen zu fördern. Diese konnten aus einem Katalog auslesen, in welchen Gebieten sie gefördert werden wollen. Ihre Wahl fiel auf das Nähen und das Lesen und Schreiben in englischer Sprache. Spontan wurde ich eingeladen mitzufahren. Das Treffen im Busch fand in der Kirche statt und wir wurden freudig mit Gesang und stürmischen Umarmungen begrüsst.
An diesem Freitag wurde den jungen Frauen beigebracht, wie sie ein Schnittmuster erstellen können. Ich konnte mich dann noch als Kinderbetreuerin nützlich machen.
Also, ich war stark beeindruckt von diesen Frauen und ich denke, ich werde auch in Zukunft mit den Sisters in den Busch fahren.


Heute kam Andreas mit seiner zukünftigen Frau vorbei, sie heiraten im Juni. Andreas arbeitet ebenfalls für die BMI, in der Schweiz ist er Sekundarlehrer. Seine Frau ist eine Sambierin. Sie hatten einen Vermittler dabei, der den Brautpreis auszuhandeln hatte. In Sambia ist es üblich, dass ein solcher bezahlt wird. Natürlich wird von den Weissen ein grosszügier Brautpreis verlangt. Wir haben nicht gefragt, wie hoch dieser nun gewesen ist.
Wir wünschen allen einen guten Wochenstart.
Veröffentlicht von Heidi Würsch am Freitag, 4. Juli 2014
Während mein Bruder Otto sich mit grossem Aufwand einsetzte um den Blog zu retten und diesen dann komplett neu installiert hat, haben Herbert und ich den South Luangwa National Park mit einer Grösse von 9050 km2 besucht. Wir haben dort 2 Nächte in einem Zelt übernachtet. In der Nacht hörte man die Hippos ums Zelt laufen und auch sonst waren etliche Tiere unterwegs. Wir kamen in den Genuss einer eindrückliche Geräuschkulisse. Am ersten Morgen als wir um 05.30 zum Frühstück wollten, stand dieser Elefant majestätisch auf unserem Weg. Wir nahmen dann einen Umweg, da wir ihm nicht zu nahe kommen wollten.

Wir haben 3 Safaritouren à je 4 Stunden gebucht. Diese begannen morgens um 06.00 Uhr oder nachmittags um 16.00 Uhr. Weitere Tour Teilnehmer waren ein indisches Paar, das in jungen Jahren nach Kanada ausgewandert ist und morgens 1 Fahrer und abends zusätzlich zum Fahrer noch 1 Guide, der uns mittels Lampe die nachtaktiven Tiere zeigte. Die Tiere die am Tag aktiv sind, werden nachts in Ruhe gelassen und nie mit der Lampe angezündet. Eindrücklich hat uns der Guide bewiesen, wie afrikanische Augen sehen, z.B. fuhren wir in der Dunkelheit durch den Busch nur mit den Wagenlichtern und der Lampe und plötzlich wurde gehalten. Er hatte in einem grünen Busch ein grünes Chamäleon von ca. 4 cm Grösse entdeckt. Wir konnten es auch aus nächster Nähe nicht entdecken und staunten, als er es uns auf der Hand zeigte.

Mit grosser Begeisterung haben wir in diesen zwei Tagen eine Vielfalt von Tieren und eine faszinierende Landschaft gesehen. Wir waren einfach überwältigt.






Zu unserer Freude fanden die Guides auch eine Löwensippe. Diese Fotos folgen in Nr. 2. Leider hat Mishikishi eine sehr schlechte Internetverbindung, deshalb können die Fotos nur in einer sehr tiefen Auflösung eingefügt werden.