20.1.2015
Ferien in der Schweiz
Ich habe meine Ferien in der Schweiz sehr genossen. Nadine und Jan haben mich grosszügig in der Wohnung aufgenommen und mich sehr verwöhnt. Es hat mich sehr gefreut, meine Kinder, Verwandten und Freunde wieder zu sehen. Ich danke allen nochmals herzlich für die interessanten Gespräche, die Gastfreundschaft und die guten Gedanken. Viel zu schnell gingen die Tage vorbei.
Ferien in Südafrika
Herbert und ich haben uns am 30.12.2014 am Flughafen Johannesburg getroffen. Herbert hatte eine abenteuerliche Reise von Mishikishi nach Johannesburg hinter sich, 36 Stunden mit dem Bus unterwegs – dies alles um mich wiederzusehen! Wir hatten in Sandton ein Hotel gebucht. Die Stadt wurde 1969 gegründet, als Johannesburg sich nach Norden vergrösserte.
Sandton wurde das neue Finanzzentrum des Landes. Eine der größten Sehenswürdigkeiten der Stadt ist das größte Einkaufszentrum Südafrikas. Zusammen mit dem Nelson Mandela Square, dem zentralen Platz, umfasst der Komplex eine Fläche von etwa 144.000 Quadratmetern.
Sandton ist sehr wohlhabend und das sieht man den exklusiven Läden, den prunkvollen Hotels und Häusern an. Sandton war für uns der ideale Ausgangspunkt um Johannesburg zu besuchen, aber auch um nach Pretoria zu reisen. Wir hatten ein Businesshotel gebucht. Da über die Neujahrszeit keine Businessmänner aktiv sind, mussten wir nur knapp die Hälfte des üblichen Preises bezahlen und konnten uns so richtig verwöhnen lassen.
Johannesburg haben wir an zwei Tagen mit dem „roten Bus, stop and go“ erforscht. Das größte Problem des Großraums Johannesburg ist heute die Kriminalität. Als Folge wird die Innenstadt von leeren Hotels und Bürogebäuden dominiert, da viele weiße Bewohner und Firmen das Stadtzentrum aus Sicherheitsgründen verlassen haben und in die nördlichen Vororte abgewandert sind. Herbert und ich haben es vorgezogen, genau dort herumzuschlendern, wo es einem nicht unbedingt angeraten wird. Dafür ist man dann mitten im pulsierenden Leben.
Wir haben auch das grosse SOWETO (South West Townships) besucht, in welchem Nelson Mandela und Bischof Tutu, beides Nobelpreisträger, wohnten. Hier ist eine gewisse Aufbruchsstimmung zu spüren. Die beiden farbigen Türme eines stillgelegten Kohlekraftwerkes symbolisieren dies. Wagemutige können sich auch im Bungee Jumping üben. Natürlich gibt es auch sehr trostlose Townships.
Am 2. Januar fuhren wir mit dem Zug nach Pretoria, der Hauptstadt Südafrikas. Bekannt ist Pretoria für die ursprünglich aus dem tropischen Teil Südamerikas stammenden 70‘000 Jacaranda-Bäume (malvenfarbige üppige Blüten), die viele Straßen im Stadtgebiet säumen und das Stadtbild prägen.
Wir hatten ein Guesthouse gebucht. Ca. 300 m entfernt befinden sich die Union Buildings, welche von Juli bis Dezember als Regierungssitz dienen. Der Gebäudekomplex entstand 1910 bis 1913 und ist etwa 275 Meter lang. Im Mai 1994 wurde hier der erste schwarze Präsident der Republik Südafrika, Nelson Mandela, vereidigt.
Im Bild strahlt der oben stehende Mann eindeutig mehr Selbstvertrauen aus als der unten stehende.
Natürlich kamen wir auch unserer Pflicht nach und haben auf der Schweizer Botschaft unsere Pässe vorgewiesen.
Farm
Zurück in Mishikishi freuten wir uns, dass auf unserer Farm in unserer Abwesenheit nichts gestohlen wurde und auch sonst nichts Gravierendes geschah. Herbert war natürlich ganz „kribbelig“ wie die Saaten nun aussahen. Am 23. Dezember um 16.00 Uhr wurde die letzte Hektare gesät und bereits eine Stunde später fing es so heftig an zu regnen, wie seit dem Frühjahr nicht mehr. Die Sämethode war etwas unkonventionell und erinnert eher an Benhur. Da kein Geld für eine Spritzmaschine vorhanden war und eine Fläche von 20 ha zu gross für das Handspritzen ist, hat Herbert zusammen mit Christopher, unserem Farmmechaniker, ein Konstrukt gebastelt welches an die Sämaschine gekoppelt ist. Das heisst, in einem Arbeitsgang wurde gesät, gedüngt und Herbizide hinzugefügt. Die Herbizide wurden vorne am Traktor zum Nachfüllen mitgeführt. Das Fehlen der Sicherheitsgurte wurde von einem bekannten QM-Experten aus Bern bereits bemängelt.
Herbert ist mit dem Ergebnis im Grossen und Ganzen zufrieden. Nach gelungener Saat ist es jetzt wichtig, den Pflanzen gute Entwicklungsbedingungen zu bieten. d.h. Unkraut, Krankheiten und Schädlinge fernzuhalten und die Pflanzen mit Nährstoffen zu versorgen.
Die Mitarbeiter werden von Herbert über den Einsatz von Pflanzennährstoffen informiert. Übrigens lieben sie die Gummistiefel, die wir ihnen gekauft haben, über alles.
Achtung – fertig los!
Ist der Rhythmus einmal gefunden, läuft’s wie von selbst und macht auch noch Spass. Pflanzennährstoffe sind sehr teuer und die Mitarbeiter mussten ermuntert werden, die Körner mit grosszügigen Gesten auszustreuen.
Wie man sieht, ging es den Mitarbeitern wie mir meistens auch, trotz eifrigsten Bemühungen mochten sie kaum mit Herbert Schritt halten.
Wahl neuer Präsident
Heute wird in Sambia der neue Präsident gewählt. Dieser Tag wurde zum offiziellen Feiertag erklärt. Letzte Woche landete in Mishikishi, ca. 100 m von unserem Haus entfernt, der kommissarische Präsident Guy Scott um noch die Werbetrommeln zu rühren. Drei Stunden später als erwartet traf er ein und sogleich fing es an zu nieseln. Die Ansprache fiel entsprechend kurz und bündig aus und schon nach kurzer Zeit erhob sich der Helikopter wieder in die Lüfte. Kurz vor dem Abflug liefen etliche Leute panisch weg, als die Propeller immer schneller drehten und der Hubschrauber dröhnte. Ich stand etwas abseits um das Ganze zu beobachten. Da ist eine junge Sambierin mit ihrem Kind auf dem Rücken zu mir getreten und hat gefragt, bist du alleine? Als ich bejahte sagte sie, dann stehe ich zu dir, du sollt nicht alleine sein. Ich war ganz gerührt von dieser typisch sambischen Geste.
Am nächsten Donnerstag werden die Wahlergebnisse bekannt gegeben und am Freitag wird der neue Präsident vereidigt. Wir sind angewiesen worden an diesen beiden Tagen nicht in die Stadt zu fahren, da Unruhen nicht ausgeschlossen werden können.
Wir hoffen alle, dass die Sambier/Innen ihrem Ruf als friedvolles Volk auch bei diesen Wahlen gerecht werden.
Garten
Einer meiner Lieblingssträucher im Garten.
Kleiden sich die Sambierinnen gerne farbenprächtig, stehen ihnen viele Vögel mit ihrem Federkleid in nichts nach.
Wir lieben die Früchte aus unserem Garten und dem einheimischen Markt. Die Ananas hat sich aus einem Supermarkt in Ndola eingeschlichen.
Die Katzen wurden von ihrer Mutter schon vor einigen Wochen verlassen. Zuerst blieb sie dem Garten am Tag fern und kam nur noch abends vorbei. Wollte ein Junges trinken, hat sie es angefaucht. Sie hat sie beobachtet und ist dann jeweils wieder verschwunden bis sie zuletzt ganz weg blieb. Die 3 Katzen sind unzertrennlich.
Wir hoffen, Ihr hattet alle einen guten Start ins neue Jahr und seid nun voll Power im 2015 unterwegs. Zusammen halten ist immer eine gute Devise!
Liebe Grüsse aus Mishikishi
Heidi und Herbert
20.1.2015