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Es ist das Jahr 1778, als der Berner Siegmund Gruner in seinem Werk «Reisen durch die merkwürdigsten Gegenden Helvetiens» die Berge der Vispertäler als «die scheusslichste Wildnis der Schweiz» und «das schweizerische Grönland» beschreibt.

Aber bald später tönte es anders. 1884 bezeichnet Ivan Tschudi im Reise- führer «Der Tourist in der Schweiz» Saas-Fee als «eine der schönsten Perlen der Alpenwelt».

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Quelle: Challigroosi u Muggestutz von Rudolf Rubi

Berggrate und Wasserscheiden sind von der Natur gegebene Grenzen und, wo der Mensch sie nicht annimmt und sie überschreit et, gerät er leicht in Streit mit den Nachbarn. In Grindelwald reicht die Scheideggalp weit über die Wasserscheide zwischen Gemsberg und Wetterhorn auf die Hasliseite hinüber und bis zum Schwarzwald hinunter, was den Oberhaslern bis auf den heutigen Tag ein Ärgernis und ein Unrecht ist.

Seit wann Hasler und Grindelwalder um den Besitz der oberen Alpweiden östlich der Grat scheide stritten, berichten weder Schrift noch Satzung. Mündliche Überlieferung aber erzählt vom schliesslichen Überdruss der Streitenden und ihrer Übereinkunft, dem Zank mit einem endgültigen Schiedsspruch ein für allemal ein Ende zu setzen. So besammelten sich denn gemäss Abrede die Ausgeschlossenen der beiden Talschaften im Schwand, wo die strittige Grenze war.

Die Schiedsrichter forderten die Grindelwalder auf, begr ündete Aussage zu tun, seit wann und warum die Alpengrenze gerade hier verlaufe. Da trat der älteste Grindelwalder vor und tat mit erhobenen Schwurfingern folgenden Eid: „So wahr i de Schepfer uber mier han, so wahr stahn i hie uf Grindelwaldboden!“ – und Grindelwald boden sei es gewesen, solange er sich zurückbesinnen möge. Auf diesen Eid hin urteilten die Richter zugunsten der Grindelwalder und die Hasler hatten das Nachsehen.

Der schwörende Grindelwalder aber hatte noch jenseits der Wasserscheide Erde in seine Schuhe getan und einen hölzernen Milchlöffel, ein Schöpfer, unter den Hut auf den Kopf gelegt und also betrügerisch seinen Eid abgelegt. Er fand keine Ruhe nach seinem Tod und muss immer wieder vom Schwandboden den Schwarzwald und das Rosenlaui hinaus bis zum Twirgi reiten, oft verkehrt auf dem Rosse sitzend und sein Los beklagend. Zu sehen bekommt man den „Zwirgiryter“ nur alle hundert Jahre, und gelingt es dann nicht, ihn von seinem wildschnaubenden Pferd herunterzureissen, so muss er weitere hundert Jahre reiten und büssen für seinen unseligen Eid.

 

 

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Ferien-Journal Nr. 91/5, vom 31. Juli 1965, von L.P.:

1885 An der Piazza in Ascona werden die Platanen gepflanzt.

„Haben jene Asconese, welche im Jahr 1885 ihrem Heimatort Ascona 47 Platanen aus Frankreich mitbrachten, wohl geahnt, welche Entwicklung ihr Dörfchen mit der einmaligen Piazza nehmen würde? Wohl kaum! Und doch, was wäre die Piazza heute ohne ihren schattenspendenden Platanenschmuck.

Vor unzähligen Jahren hatte der damalige Gemeindepolizist „Guscett“, wie er allgemein genannt wurde, auch die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die jungen Platanenpflänzchen von den Schulbuben regelmässig und sorgfältig mit Seewasser begossen wurden. Niemals ber hätte er es sich träumen lassen dass ein knappes Jahrhundert nach ihm im Schatten „seiner“ Platanen lack- und chromglänzende Vehikel, von wie steife Soldaten dastehenden, zehnrappenschluckenden Parkingmetern bewacht, Schutz vor den sengenden Sonnenstrahlen suchen würden.

Damals ja, als die nach Frankreich ausgewanderten Asconesen mit ihrem Geschenk der 47 Platanen dem Bürgermeister Tiberio Pasini gleichzeitig die Aufsicht über die jungen Pflänzchen anvertrauten, hatte man noch Zeit genug, sich dieser Aufgabe zu widmen.

Vor einiger Zeit aber, wurden die Platanen, die Zierde der Piazza von Parasiten und einer gefährlichen Krankheit befallen, sodass die Bäume im vergangenen Jahr radikal zurückgeschnitten werden mussten. Heute scheint jedoch die akute Gefahr wieder eingedämmt zu sein.

Siebenundzwanzig Platanen säumen die Piazza auf ihrer Seeseite und überdachen mit ihren weiten, belaubten Kronen den Uferweg und die zahlreichen Ruhebänklein, zwanzig weitre zieren die Seeterrasse vor dem Municpio. Alle 47 Platanen aber spenden den unter ihren grünen Dächern parkierten Autos willkommen Schatten.
Ursprünglich standen alle diese Bäume viel tiefer. Als dann die Ufermauer errichtet und die ganze Piazza gehoben wurde, reichten sie nur noch wenige Meter über das holprige Pflaster hinaus.

Nackt und kahl müsste uns heute die Piazza erscheinen, wenn sie nicht vom üppig grünenden Blätterkleid der ehrwürdigen Platanen geziert würde. Leise rauschend stehen sie, Zeugen aus Asconas vergangenen Tage, als stille Beobachter an unserer beliebten Piazza. Sie haben jeweils die wackere Asconesen auswandern sehen und heute werden sie wohl darüber staunen, dass das Ausland nach Ascona kommt.“